Entwicklung des Instituts

 

Das Institut für Kristallographie der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen wurde 1963 mit der Berufung von Herrn Prof. Theo Hahn gegründet.

Die Initiative zur Gründung ging damals von Frau Prof. Doris Schachner, Institut für Mineralogie und Lagerstättenlehre der RWTH, aus und führte zur Etablierung eines der ersten kristallographischen Institute im Rahmen der Geowissenschaften in Deutschland. An der RWTH - als Technischer Hochschule - sind der Bergbau, das Hüttenwesen und die Geowissenschaften in einer Fakultät zusammengefasst.

Das Institut für Kristallographie besitzt in Forschung und Lehre traditionell drei Schwerpunkte:

  • Strukturanalyse und Kristallchemie
  • Kristallphysik und Kristallzüchtung
  • Angewandte Mineralogie und Kristallographie

Das Institut für Kristallographie der RWTH Aachen ist vor allem durch die Aktivitäten Prof. Hahns als Herausgeber der International Tables for Crystallography (Vol. A: Space-Group Symmetry) international bekannt geworden.

Auf dem Gebiet der experimentellen Forschung haben sich im Laufe der Zeit eine Reihe von Schwerpunkten herausgebildet:

  • Prof. Theo Hahn – 1993 emeritiert, 2016 verstorben – arbeitete auf den Gebieten der Zementmineralien, der Li-Al-Silikate, der Tetraedergerüststrukturen und der Zwillingsbildung von Kristallen. Darüberhinaus galt sein Interesse der Symmetrie von Kristallen, insbesondere den Raumgruppen.
  • Prof. Walter Eysel – 1980 nach Heidelberg gewechselt, 2000 verstorben – bearbeitete die Kristallchemie und die Polymorphie von Zementmineralien sowie von Oxiden mit tetraedrischen Baugruppen.
  • Prof. Eduard Woermann – 1994 pensioniert, 2008 verstorben – konzentrierte sich auf die Untersuchung von Phasengleichgewichten in komplexen oxidischen Systemen.
  • Prof. Helmut Klapper – seit 2002 im Ruhestand, noch am Institut – baute die Kristallzüchtung auf und setzte die Röntgentopographie wie auch die optische Mikroskopie zur Charakterisierung von Kristallbaufehlern und Verzwillingungen von Kristallen ein.
  • Prof. Heinrich Arnold – seit 1995 im Ruhestand – untersuchte strukturelle Phasenübergänge; sein Interesse an der Nutzung der Synchrotronstrahlung führte zum Bau des Pulverdiffraktometers im HASYLAB.
  • Prof. Götz Eckold – seit 1996 in Göttingen – konzentrierte sich auf die Untersuchung von Phasenübergängen mit Hilfe der inelastischen und quasielastischen Neutronenstreuung. Er hat am DIDO-Reaktor im Forschungszentrum Jülich das Dreiachsenspektrometer UNIDAS aufgebaut, das als Verbundgerät von vielen Forschergruppen genutzt wurde.
  • Prof. Gernot Heger – seit 2009 im Ruhestand, noch am Institut – entwickelte als Nachfolger von Prof. Hahn die experimentellen Möglichkeiten des Instituts für Kristallographie weiter, speziell durch die Verstärkung der Neutronenstreuung mit Außenstellen in Jülich, Saclay und München.
  • Prof. Georg Roth – seit 1996 Nachfolger von Prof. Woermann im Lehr- und Forschungsgebiet Angewandte Kristallographie und Mineralogie – leitet heute geschäftsführend das Institut für Kristallographie, nachdem Prof. Heger unersetzt in den Ruhestand ging. Die Arbeitsgebiete sind Einkristall-Beugungsuntersuchungen mit Röntgen- und Neutronenstrahlung, Neutronen-Instrumentierung und Struktur-Eigenschaftsbeziehungen in modernen Funktionswerkstoffen.